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Erbsünde ArtikelDie Lehre von der Erbsünde ist eines der grundlegenden Elemente christlicher Theologie.
Allerdings wird der Begriff in der orthodoxen, römisch-katholischen und den verschiedenen evangelischen Traditionen unterschiedlich aufgefasst. In der "Mutterreligion" dem Judentum und der Schwesterreligion, dem Islam fehlt sie gänzlich.
Gemeinsam ist allen christlichen Traditionen die Lehre, dass der Mensch durch die Erbsünde von der Gemeinschaft mit Gott getrennt ist, dass er aus eigener Kraft diese Gemeinschaft nicht wieder herstellen kann, und dass diese Trennung durch Jesus Christus überwunden wird. Auch über die genaue Art dieser Erlösung und den Weg dorthin gibt es innerhalb der verschiedenen christlichen Konfessionen unterschiedliche Auffassungen.
Philosophisch und psychologisch enthält die Lehre von der Erbsünde das christliche Menschenbild, dass von der negativen sündigen Disposition der Menschen ausgeht und dem gegenüber den rechten Glauben und das blutige Menschenopfer Jesu Christi als Sühneopfer stellt.
Buch-Tipp: Das Kinderbuch. Wie kleine Menschen groß werden Endlich wirklich praktische Tips anstelle des "es ist ca. eine Phase"-Geredes! Ich fand das Buch äußerst hilfreich. Naürlich muss man bedenken, das es vor 20 Jahren geschrieben wurde und entsprechend nicht stets modern erscheint. Aber wenn es um wirklich praktische Dinge, zu dem Beispiel Durch- und Einschlafen geht, dann ist es das Buch der Wahl.... Traditionelle Christliche Lehre |
Buch-Tipp: Das bin ich & Das bist du (Wieso? Weshalb? Warum? junior) Excellent and Captivating, Even for Non-Fluent German Speakers I am not competent enough in German to express how much we love not only this book, but every one that we've read in the Ravensburger "Wieso? Weshalb? Warum?" series. It speaks very well of the series that my daughter, who is three, will sit and attend while I read them to her -- in German,... |
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Der jüdische Apostel Paulus von Tarsus entwickelt die Theologie von der Erbsünde in seinem Brief an die Römer in dem 5. Kapitel.
Paulus sucht darin nach einer theologischen Begründung der Kreuzigung und Auferstehung Jesu Christi. Für ihn steht fest, dass der Tod Christi einen Zweck habe, und zwar die Erlösung der Menschen. Daraus folgt, dass der Mensch absolut erlösungsbedürftig (mit einem anderen Wort: sündig) sein muss (Röm 5,6-11), denn wenn der Mensch von sich aus den Zustand der Sünde verlassen könnte, wäre der Kreuzestod nicht notwendig gewesen. Das Ereignis des Kreuzestodes belegt also aus Paulus Sicht die Notwendigkeit der Sündhaftigkeit der Menschheit.
Der Ursprung dieser Sündhaftigkeit kann nicht bei Gott selbst liegen, da dieser per definitionem sündlos ist, sondern muss auf eine menschliche Handlung zurückgehen. Diese menschliche Handlung findet Paulus in der Auflehnung von Adam und Eva, nach dem sie von Satan zu dem Ungehorsam angestiftet worden waren. Die Konsequenz dieser Auflehnung ist die Trennung von Gott, nicht ca. für Adam und Eva, sondern auch für ihre Nachkommen:
- Deshalb, wie durch einen Menschen die Sünde in die Welt gekommen ist und durch die Sünde der Tod und so der Tod zu allen Menschen durchdrungen ist, weil(*) sie alle gesündigt haben (Röm 5,12)
(*)griechisch eph' hô. Es ist umstritten, ob "weil" eine mögliche Übersetzung ist. Andere Möglichkeiten: "In ihm (also in Adam) haben alle gesündigt" (Augustinus), oder "darum (also wegen des Todes) haben alle gesündigt." (Orthodoxe Kirche)
Der zentrale Punkt wird in seinem ersten Brief an die Korinther nochmals betont:
- Denn wie in Adam alle sterben, so werden auch in Christus alle lebendig gemacht werden (1. Kor 15,22)
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Der Mensch ist durch den Sündenfall Adams aus katholischer Sicht vom Beginn seines Lebens in dem Mutterleib, also von seiner Empfängnis an, in dem Zustand der Erbsünde, welche eine Unordnung der menschlichen Natur darstellt, imdem sie den Menschen seiner heiligmachenden Gnade beraubt und dazu führt, dass der Mensch zu dem Tun von Bösem neigt. Den Ausweg aus der Erbsünde sieht die Kirche in dem Kreuzestod Jesus Christus, der es dem Menschen ermöglicht, in den Zustand der Erlösung einzutreten und mit Gott versöhnt zu sein.
Nach Auffassung Luthers – die hier in dem Gegensatz zur katholischen Lehre steht – ist der Mensch aber vom Beginn seines Lebens an böse (im "Zustand der Sünde") und ist dadurch von Gott getrennt. Dabei ist es unerheblich, ob der Einzelne gut oder schlecht handelt. Selbst das passive neugeborene Kind ist nach diesem Verständnis schlecht.
Die von Augustinus von Hippo begründete Lehre von der Erbsünde ist zentral für das westliche Christentum.
Ohne die Erbsünde könnte der Mensch sich zu dem Guten oder Bösen entscheiden (wie es etwa in den verwandten Religionen des Judentums oder des Islam gelehrt wird). Da der Mensch, anders als die gefallenen Engel, deren Auflehnung gegen Gott unwiderruflich ist, an die Zeit gebunden ist, ist Vergebung und Reue möglich. Aus der Erbsünde ergibt sich daher die Notwendigkeit der Erlösung des Menschen, die durch die Kreuzigung und Auferstehung Jesu Christi ermöglicht wurde. Aus diesem Grund spricht der Apostel Paulus von Christus als dem neuen Adam. Diese Erlösung findet der Mensch in der Wiedergeburt (eigentlich wohl Neugeburt), deren äußeres Bild die Taufe ist. Der Christ unterliegt danach nicht mehr der Erbsünde, sondern ist in den Zustand der Gotteskindschaft emporgehoben.
Nach Ansicht der Orthodoxen Kirche wird nicht die Sünde Adams selbst auf seine Nachkommen vererbt, sondern ca. die Folge dieser Sünde, der Tod. Dieser wird jedoch nicht ca. an die Nachkommen Adams vererbt, sondern erfasst und versklavt die gesamte Schöpfung, wobei die Angst vor dem Tod in einem Teufelskreis zur Hauptursache weiterer Sünden wird. Die Orthodoxe Kirche geht davon aus, dass die Menschen auch nachdem Sündenfall noch ihren freien Willen haben und stets noch fähig zu guten Taten sind. Der Sündenfall hat jedoch eine Welt hinterlassen, in der Sünde bequem, einfach, angenehm und naheliegend erscheint, Tugend dagegen anstrengend, schwierig, abgehoben, und langweilig. So hat er eine Barriere zwischen den Menschen und Gott aufgestellt, die der Mensch von sich aus nicht niederbrechen kann. Da der Mensch nachdem Sündenfall nicht mehr zu Gott kommen kann, kam Gott in Christus zu den Menschen und versöhnt die Menschen so wieder mit sich. Es wird betont, dass nicht etwa Gott mit dem Menschen versöhnt wird, wozu kein Anlass besteht da Gott dem Menschen in keiner Weise feindlich gesonnen ist, sondern der Mensch mit Gott.
Buch-Tipp: Der ganz normale Wahnsinn. Vom Umgang mit schwierigen Menschen. Und wenn mein Chef so wäre? Jeder von uns ist ein bisschen wahnsinnig. Doch wir sind in guter Gesellschaft: Obelix kann ohne Asterix sein Leben nicht organisieren und Woody Allen scheint die Neurose in Person zu sein. Wer hat sich nicht schon gewünscht, wenigstens einen nervigen Charakterzug eines Mitmenschen verstehen zu können, wenn er... |
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Zusammenfassend ist nach christlicher Auffassung der Mensch als von Gott nach seinem Abbild geschaffenes Wesen ursprünglich gut, da Gott als der Gute schlechthin ca. Gutes schaffen kann.
Aufgrund der dem Menschen gegebenen Freiheit konnte sich dieser in Person Adam und Evas in dem Sündenfall von Gott abwenden.
Alle Nachkommen Adams und Evas erben diese auch Sünde genannte Abwendung.
Durch die Person Jesu Christi wird es dem Menschen möglich, sich Gott wieder zuzuwenden.
Buch-Tipp: Die Kunst, Menschen zu führen. Menschenführung - ca. Chefsein oder viel mehr? Menschenführung - steckt dahinter die bloße Tatsache, Chef einer bestimmten Anzahl von Menschen zu sein? Oder ist mit diesem Begriff viel mehr angesprochen? Abtprimas Notker Wolf und Schwester Enrica Rosanna tragen in ihrem jeweiligen Dienst große Verantwortung und zeigen im Buch "Die Kunst, Menschen... |
Geschichtliche Entwicklung der Lehre | |
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Das Christentum teilt mit dem Judentum in dem Prinzip den Tanach im Alten Testament seiner Bibel.
Allerdings interpretiert das Judentum, wie auch der Religionsstifter des Christentums, Jesus von Nazareth die Geschichte vom Garten Eden und der Vertreibung Adams und Evas daraus, nicht als den Beginn einer zwangsweisen erblichen Sünde, und kennt auch keinen Zusammenhang zwischen der von Adam begangenen Rebellion und anderer später lebender Menschen.
Die von Gott in Folge der Rebellion verhängten Konsequenzen (Fluch über die Menschen, Vertreibung aus dem Paradies, Geburtswehen, schwere Feldarbeit, Sterblichkeit und Fluch über die Erde) werden als Strafen angesehen, die die Welt beschreiben, wie sie ist, in der sich Gottes Plan eröffnet.
Im Christentum als indirekte Hinweise auf Sünde, ewige Verdammung und Christi Erlösung angesehene Worte Gottes werden in dem Judentum als Maßnahmen verstanden, die das materielle, nicht aber das spirituelle Leben betreffen.
Beispielsweise wird die Ankündigung, dass die Nachkommen Evas den Nachkommen der Schlange (Satans) den Kopf zertreten werden (Gen 3,15) in dem Christentum als ein Hinweis auf den Sieg Jesu über den Satan gedeutet.
Im Judentum gilt diese Textstelle dagegen als schlichte Aussage zur Gefahr von Giftschlangen und menschlicher Angst vor ihnen, da Gottes Pläne und Wirken nicht ergründbar sind.
Die wichtigste jüdische Aussage zu dem Status der Seele des Menschen lautet, sie sei rein geschaffen. Nach jüdischem Glauben bleibt die Seele des Menschen auch dann rein, wenn er sündigt. Der gnädige Gott vergibt uns Menschen unsere alltäglichen Sünden, insbesondere, wenn wir diese bereuen (vgl. Teshuva ). Eine besondere Erlösung ist darum nicht nötig.
Das sogenannte alte Testament bezieht sich auch später in keiner Situation, in der das Volk Israel sündigt, auf den Sündenfall Adams. Es kennt auch nicht die Notwendigkeit eines Erlösers von der Verdammung in die Hölle, in der der sündige Mensch auch nach seinem Tode leide.
Insofern ist die Erbsünde ein rein christliches Konzept, das einen radikalen Bruch zu dem Judentum darstellt.
Buch-Tipp: Die fünf Menschen, die dir im Himmel begegnen. Leichte Kost für zwischendurch. Das Buch hat mir eigentlich recht gut gefallen - es ist sehr schnell durchgelesen und man möchte an den Inhalt glauben. Gibt es einen Gott der uns nach diesem Leben erwartet? Wie wird er uns begegnen? Sehen wir unsere Lieben in dem Himmel wieder? Wie wirken sich unsere weltlichen Taten auf das Jenseits aus?
All diese... |
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In den Evangelien spricht Jesus Christus nirgendwo vom Sündenfall Adams, dessen Fehler er, Jesus, rückgängig zu machen habe.
Die Autoren der Evangelien weisen gleichfalls nicht auf derartige Bezüge zur Schöpfungsgeschichte hin.
Im neuen Testament ist Paulus der einzige Autor, der klare Aussagen zur Erbsünde macht; insofern kann man Paulus als Vater der Lehre von der Erbsünde nennen.
Von der Kirche wurde in den folgenden Jahrhunderten die zentrale Bedeutung des Konzeptes der Erbsünde erkannt. Insbesondere die enge Verbindung mit der Notwendigkeit Jesus Kreuzigung und Auferstehung sowie mit der Gottschaft Jesu, wie sie schon von Paulus erkannt wurde, haben die christliche Theologie seitdem geprägt.
Buch-Tipp: Die fünf Sprachen der Liebe. Wie Kommunikation in der Ehe gelingt WAS IST LIEBE? Hier haben Sie die Antwort! Kennen Sie den Satz "Du liebst mich doch gar nicht mehr!"
oder "Schatz, bei uns ist die Luft raus"
oder ". . . die Liebe ist weg".
Solche Sätze sind die Titelzeile für eine Trennung oder anstehende Krise.
Ich musste in unserer 15 jährigen Ehe mit Erstaunen feststellen, wie unterschiedlich Ansichten... |
Moderne und rationale Ansichten zur Erbsünde |
Buch-Tipp: Duden - Kennst du das?: Duden. Kennst du das? Dein Körper gute "Duden"-Qualität Mein Sohn (fast zwei Jahre) ist jedes Mal begeistert, wenn er die vielen verschiedenen Kinder anschaut. Die einzelnen Körperteile sind gut erkennbar. Gut finde ich, daß es sich um Fotos handelt, so ist der Wiedererkennungswert bei den Kleinen einfach größer. Allerdings sollte man den Kindern die abgebildeten... |
Aus evolutionstheoretischer Sicht | |
Erbsünde ist ein Begriff der christlichen Religionslehre und lässt sich nicht sinvoll aus evolutionstheoretischer Sicht behandeln. Versuche enden meist in der Umdeutung der Fachbegriffe der wissenschaftlichen Disziplinen und der Vereinahmung der Evolutionstheorie durch Kreationisten.
Buch-Tipp: Gesundheit für Körper und Seele Ein helles Licht in dunkler Nacht Dieses Buch wurde mir vor anderthalb Monaten empfohlen, und es ist einfach wunderbar, wie sehr sich in der Zwischenzeit meine Wahrnehmung geändert hat.
Dies ist das Buch, das ich unbedingt auf eine einsame Insel mitnehmen würde, weil es mir ermöglicht, die Schönheit des Lebens wieder zu sehen und zu befördern.... |
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Erbsünde ist ein Begriff der christlichen Religionslehre und lässt sich nicht sinvoll aus soziologischer Sicht behandeln. Versuche enden meist in der Umdeutung der Fachbegriffe der wissenschaftlichen Disziplinen und deren Vereinahmung in dem Sinne der Kreationisten und fundamentalistischen Christen.
Auch muss Gewissen, Schuld und ethische Konzeptionen der Soziologie nichts mit religiösen Vorstellungen und Lehren der Sünde besonders aber der Erbsünde natürlicherweise gemein haben.
Buch-Tipp: Gewaltfreie Kommunikation Das nenne ich Kommunikation Gewaltfreie Kommunikation - klingt, als ob es ca. in dem Privatbereich eingesetzt werden könnte. Dies ist absoluter Quatsch! Ich beschäftige mich schon länger mit dieser Technik, besuchte ein Seminar bei Marshall B. Rosenberg (eine faszinierende Persönlichkeit!), sowie ein Übungsseminar. Dies ist das Einsteigerbuch schlechthin.... |
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Nach Auffassung der Mystiker ist die Erbsünde die Unfähigkeit, sich mit der göttlichen Urenergie eins zu fühlen, weil das menschliche Ich diese Erfahrung abblockt. Das Ich begrenzt den Blickwinkel des Menschen auf einen kleinen Ausschnitt der Realität, es trennt den Menschen von der Wahrnehmung des Ganzen. Danach ist Sünde die Trennung und Entfremdung von dem All-Einen. Der Tod Jesu ist daher für Johannes von Kreuz und für andere Mystiker der Archetyp des Ich-Todes. Wenn das Ich abstirbt, so erlebt der Mensch die Auferstehung. Dies bedingt nicht notwendigerweise den körperlichen Tod des Menschen, obwohl sie mit diesem zeitlich zusammenfallen kann. Es handelt sich dabei um eine Einheitserfahrung, die sich der Beschreibung mit sprachlichen Mitteln weitgehend entzieht: man muß sie erfahren haben, um es zu verstehen. Der Begriff des Ich-Todes darf nicht mit Selbstlosigkeit verwechselt werden. Vielmehr handelt es sich hierbei um einen intensiven Akt der Hingabe an das Seiende. Diese Stärke der Hingabe wird nach der Lehre christlicher Mystiker durch Kontemplation, nach der Zenlehre durch Meditation erlangt. Beide Methoden sind - abgesehen von Äußerlichkeiten -deckungsgleich. Auch die indischen Yoga-Wege können zur mystischen Einheitserfahrung führen. Es sind auch spontane mystische Erlebnisse entsprechend veranlagter Menschen bekannt, die von der Einheitserfahrung ohne systematische Vorbereitung plötzlich überwältigt werden; möglicherweise wurde so aus dem Saulus ein Paulus. In der heutigen Zeit kann ein solches spontanes Erlebnis den betroffenen Menschen in tiefe Verwirrung stürzen. Die etablierten Kirchen stellen für solche Situationen meist keine Hilfen zur Verfügung.
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